Toggle Elements

Knieschmerz beim Sport? Kein Karriere-Aus!

Knochenmarkstimulation bei kleinen Knorpelschäden

Fallbespiel: Knochenmarkstimulation bei kleinen Knorpelschäden

Unfall- und verschleißbedingte Knorpelschäden sind ein häufiger Grund für Kniegelenksbeschwerden. Bei Knorpelschäden, die kleiner als 1,5 x 1,5 cm sind, ist oft die sogenannte Knochenmarkstimulation durch Mikrofrakturierung die Therapieform der Wahl. Auf den Knorpelschaden wird eine schützende Membran aufgebracht, die das Einwachsen von körpereigenen Stammzellen sowie die Entwicklung zu Faserknorpelzellen verbessert. Es handelt sich hierbei um ein schonendes Verfahren, das heute sehr bekannt und bewährt ist.

Medizinische Abklärung als Voraussetzung zur Therapie

Zunächst erfolgt die ärztliche Abklärung vom Zustand des Kniegelenkes mittels Röntgen und MRT. Eine mögliche Ursache von Knorpel- und Meniskusschäden sind Instabilitäten der Kreuzbänder oder Beinachsfehlstellungen. Diese Schäden können, falls erforderlich, in der gleichen Operation durch sparsame Glättung oder Nähte des Meniskus sowie Kreuzbandplastiken mit körpereigener Sehne behandelt werden. Beinachsfehlstellungen erfordern weitere Abklärung.

Fallbeispiel eines Patienten mit Knorpelschaden und zusätzlicher Knie-Instabilität

In meiner Sprechstunde stellte sich ein 27-jähriger Mann (Freizeitsport Fußball) mit akuten Schmerzen des rechten Kniegelenkes vor. Ein direkter Auslöser war dem Patienten nicht bekannt. Seit einigen Jahren hatte er immer mal wieder Schmerzen, aber nie so akut wie dieses Mal. In der Untersuchung war das rechte Knie leicht bewegungseingeschränkt und ein geringer Erguss war vorhanden.

Weitere Diagnosen

Vorderes Kreuzband instabil, hinteres Kreuzband stabil, Außen- und Innenmeniskus ohne Schmerzangabe bei der Untersuchung. Im durchgeführten MRT zeigte sich ein Knorpelschaden am Unterschenkel (ca. 1,0 x 1,5 cm). Das vordere Kreuzband zeigt eine alte Ruptur. Die Seitenbänder, der Innen- und Außenmeniskus sowie die Beinachse waren unauffällig. Eine konservative Behandlung der Instabilität und des Knorpelschadens war bei diesem aktiven jungen Patienten mit hohem funktionellen Anspruch nicht erfolgversprechend. Daher wurden mit ihm die Möglichkeiten einer Operation und die entsprechende Nachbehandlung erörtert, wofür er sich schließlich auch entschied.

Die OP: minimalinvasiv und schonend

Es erfolgte eine Arthroskopie des Kniegelenkes über kleine 1 cm messende Hautschnitte in Kurznarkose. Zunächst wurden die Defekte gesäubert und stabile Defektränder geschaffen.

Bild 1: Knorpelschaden mit losen Fragmenten
Bild 2: Knorpelschaden nach der Implantation der Membran

Durch kleine Bohrungen erfolgte ein Wiederanschluss der Wachstumszone des Knorpels an das Blutsystem sowie zum Einstrom von Stammzellen zur Geweberegeneration. Dann wurde ein dreidimensionales Kissen aus Hyaluronsäure eingebracht, das als Baugerüst die Faserknorpelbildung begünstigt.

Im Anschluss erfolgte eine vordere Kreuzbandplastik mittels einer körpereigenen Sehne. Schon nach rund 60 Minuten war der Eingriff beendet.

Bild 3: vordere Kreuzbandplastik mit körpereigener Sehne

Der postoperative Verlauf

Nach der kurzen OP wurde das Knie für 24 Stunden ruhiggestellt; dann wurde mit Übungen begonnen. Für vier Wochen erfolgte eine Teilbelastung an Unterarmgehstützen mit 20 kg. Die Beugung des Kniegelenkes wurde für diese Zeit mit Hilfe einer Schiene limitiert, welche beim Laufen getragen werden sollte. Mit Knie-Motorschienen und Physiotherapie wurde wenige Tage nach dem Eingriff begonnen.

Postoperativ verlief beim Patienten alles „nach Plan“: Schon in Kürze wird der Übergang zur Vollbelastung erreicht sein. Danach sind weitere Kontrollen drei und sechs Monate nach der Operation geplant. Ein Wiedererreichen der Sportfähigkeit ist nach sechs Monaten zu erwarten, hoch belastende Sport- arten wie Skifahren, Ballsport jedoch frühestens nach 12 Monaten empfohlen.

In Kürze

Das vorgestellte Verfahren eignet sich besonders für kleine Knorpeldefekte und lässt sich gut minimalinvasiv umsetzen. Im vorliegenden Fall wurde gleichzeitig die Instabilität durch eine Kreuzbandplastik behandelt. Neuere Studien und Fallserien zur matrixgestützten Knochenmarkstimulation zeigen vielversprechende Ergebnisse.

Wichtig für jeden Patienten und jede Patientin: Es gibt immer mehrere Möglichkeiten einer Therapie. Um diese individuell und bedarfsgerecht abzustimmen, sind ein persönliches Gespräch und eingehende Untersuchungen unabdingbar.

© 2026 Maybach Medical Group